Auswirkungen von COVID-19 auf die Lebensmittelindustrie

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Die aktuelle Situation führt weltweit zu einigen Vorsichtsmaßnahmen und dazu, dass Menschen ihre sozialen Aktivitäten deutlich reduzieren und weitestmöglich zu Hause bleiben. Die derzeitigen Lebensumstände bedingt durch die hohe Unsicherheit im Zusammenhang mit der Pandemie und die von den Behörden getroffenen Vorsichtsmaßnahmen führten zu einem veränderten Konsumverhalten bei den Verbrauchern. Wesentliche Auswirkungen des Corona-Virus auf die Lebensmittelindustrie haben wir für Sie hier zusammengestellt.

 

Eine Untersuchung von Nielsen hat sechs Schwellenwerte identifiziert, die in direktem Zusammenhang mit den Bedenken hinsichtlich des Coronavirus-Ausbruchs stehen. Abhängig von der Anzahl der gemeldeten COVID-19-Infizierten wird die Stufe der Schwellenwerte bemessen. Mitte März war der Großteil Europas als Nummer 5 des „eingeschränkten Lebens“ eingestuft. Zu den hier häufig auftretenden Veränderungen des Verbraucherverhaltens zählen stark eingeschränkte Einkaufsmöglichkeiten und Sorgen um steigende Preise, denn eine Angebotsverknappung kann Auswirkungen auf die Preisgestaltung haben. Zu den gängigen COVID-19-Folgen gehören Restaurantschließungen und Einschränkungen wie z.B. Versammlungsverbote.

Steigende Nachfrage nach Außerhauslieferungen

Nach der Schließung von Restaurants und einem starken Nachfragerückgang nach Konsumgütern und Dienstleistungen von Unternehmen, die in der Gastronomie tätig sind wie Catering-Unternehmen, sowie  Hotels, Flughäfen oder Ausrichtern von Veranstaltungen, stehen auch einige Lebensmittelunternehmen unter Druck, da die Nachfragen nach Ihren Produkten in den letzten Wochen dramatisch gesunken sind. Restaurants und Cafés dürfen in den meisten Ländern keine Gäste bewirten. Alternative Zustelloptionen wie Take-Away oder Lieferungen nach Hause sind jedoch erlaubt. Auch das Schweizer Institut UBS hat den Anstieg der Lebensmittellieferung in verschiedenen europäischen Märkten festgestellt.

Einzelhandel floriert

Einen Kundenansturm erleben die wenigen Lebensmittel- und Drogeriemärkte, die in der aktuellen Situation noch geöffnet haben dürfen. In einigen Fällen gab es einen regelrechten Run auf bestimmte Produkte wie Desinfektionsmittel, Nudeln, Reis aber auch Toilettenpapier. Die hohe Unsicherheit über die Entwicklung des Coronavirus führte dazu, dass nicht immer in haushaltsüblichen Maßen eingekauft wurde, sondern vielfach die privaten Haushalten eigene kleinere Lagerbestände aufbauten. Zwei Länder, in denen dieses Hortungsverhalten besonders ausgeprägt war, sind Belgien mit einem Wachstum von 44% in der KW 11 gegenüber dem Vorjahr und Spanien mit einem Wachstum von 71% in der KW 11 gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen können jedoch nicht unmittelbar verglichen werden, da staatliche Maßnahmen zur Schließung von Unternehmen und Geschäften unterschiedlich angeordnet und umgesetzt wurden. In Belgien sind alle Geschäfte auf einmal geschlossen worden, wobei in Spanien die Schließung schrittweise und pro Region erfolgte.

Der Lebensmittelsektor ist lebenswichtig, aber immer noch anfällig

Die Lebensmittelwirtschaftszweig wurde nach dem Ausbruch des Coronavirus als systemrelevant eingestuft. Dies bedeutet, dass selbst während einer Pandemie die negativen Auswirkungen auf diesen Wirtschaftszweig, im Vergleich zu anderen Sektoren wie Tourismus und Luftfahrt, die für das tägliche Leben nicht so kritisch sind, begrenzt sind. Während einige Lebensmittelunternehmen aufgrund eines Umsatzrückgangs mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, arbeiten andere rund um die Uhr daran, die wachsende Nachfrage der noch offenen Geschäfte weiter zu befriedigen. Eine der Prioritäten aller Lebensmittelunternehmen ist die Gesundheit und Verfügbarkeit ihrer Mitarbeiter. Angesichts des zunehmenden Drucks des Einzelhandels benötigen Lebensmittelunternehmen alle Kapazitäten, um die Produktion fortzusetzen und die wachsende Nachfrage zu meistern. Hinsichtlich der Sicherheit halten sich Unternehmen an allen Maßnahmen und Vorschriften, um eine Übertragung des Virus zu verhindern.

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